Zurück zum BlogDie Stiftung Bauhaus Dessau, das Kurt Weill Fest in Dessau, das Newcomernetzwerk „local heroes“ (Aktion Musik / local heroes e.V.) und die local heroes Stiftung schreiben zum sechsten Mal ein gemeinsames Residenz-Programm für insgesamt zwei Nachwuchs-Projekte der populären Musik aus.
Das Residenz-Programm erlaubt es Talenten aller Sparten der Pop-Musik (Solist:innen und DJs, Duos oder Trios), vom 19. April bis 30. Mai 2027 im Meisterhaus Schlemmer in Dessau zu wohnen und zuarbeiten. Darüber hinaus stehen den Residenz-Künstler:innen mehrere Mentorings sowie eine finanzielle Vergütung für den Aufenthalt in Dessau zu. Interessierte Musiker:innen aus ganz Deutschland können sich ab sofort und bis einschließlich 18. Oktober 2026 über dieses Formular bewerben.
Highlight der Residenz ist ein öffentliches Konzert am 11. März 2028 im Meisterhaus Moholy-Nagy, in dem die während des Aufenthaltes in Dessau entstandenen Werke präsentiert werden sollen. Diese sollen sich künstlerisch mit dem Leitthema des Kurt Weill Festes 2028 „Unsichtbar berührt“ und der Idee und Thematik „Bauhaus“ popmusikalisch auseinandersetzen.

Zudem erhalten die Residenz-Künstler:innen während ihres Aufenthaltes im Meisterhaus individuelle Performance-Coachings mit Schauspielerin (u.a. Rote Rosen, Die Cooking Academy, GZSZ) Prof. Lea Marlen Woitack. Hierbei zählen Einsatz der Stimme und Haltung ebenso zu den Inhalten wie auch Moderation und Storytelling auf der Bühne.
Weiterhin können die Residenz-Künstler:innen Veranstaltungen des Kurt Weill Festes 2028 besuchen und erhalten kostenfreie Eintritte in die Bauhaus-Bauten. Die teilnehmenden Bands oder Solo-Projekte erhalten je Residenz-Projekt eine Pauschale in Höhe von 1.500 Euro brutto. Zusätzlich werden die Reisekosten übernommen. Es fallen keine Übernachtungskosten für das Meisterhaus Schlemmer an.
2026 lebten und arbeiteten während einer Frühjahrs- und einer Sommerresidenz gleich drei Artists im Meisterhaus: Audae aus Berlin und Die weiteren Aussichten aus Mainz widmeten sich vom 02.02.-16.03.2026 dem Residenzthema "In Bewegung". Vom 03.08.-13.09.2026 gastierte schließlich das Leipziger Duo Görda in Dessau:
Julia Sasse, Geschäftsführerin der "local heroes" , blickt erfreut auf den nun beginnenden Bewerbungsprozess:
„Die Bauhaus-Residenz hat sich in den vergangenen vier Jahren fest in der Popmusik-Szene etabliert. Über hundert Bewerbungen jedes Jahr motivieren uns das Förderprogramm weiterzuführen, weiterzudenken und weiterzuentwickeln. Es macht Spaß zu erleben, wie unsere Artists während der sechs Wochen über sich hinauswachsen und welchen nachhaltigen Effekt die Residenzzeit auf die künstlerische Entwicklung hat. Diese Zeit werden sie nie vergessen."
Für Juliane Aleithe, Stiftung Bauhaus Dessau, schließt sich mit dem Förderprogramm für junge Musiker:innen ein Kreis:
„Die historische Lehranstalt Bauhaus bot, mit ihren Werkstätten, Klassenräumen und ihrer Bühne den nationalen und internationalen Studierenden Wohn- und kreativen Freiraum auf den Gebieten moderner Kunst, Architektur, Fotografie, Tanz, Musik und Gestaltung. Seit 2016 wohnen und arbeiten im Rahmen der Bauhaus Residenz in den Meisterhäusern Muche/Schlemmer wieder bildende Künstler:innen und Musiker:innen. Die Stiftung Bauhaus Dessau freut sich sehr, dass das gemeinsame Format mit local heroes und dem Kurt Weill Fest sich so großer Beliebtheit erfreut und junge Musiker:innen nach Dessau führt, um für sechs Wochen im Meisterhaus Schlemmer zu leben, die Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Ort zu suchen und an ihrer Musik zu arbeiten.
Und auch Katharina Markworth, Geschäftsführerin der Kurt Weill Fest Dessau GmbH, betont die Relevanz des Programms für die deutsche Kulturszene und zieht Brücken zum Schaffen Weills:
„Die großen Künstler:innen von heute waren einst das, was wir heute „Newcomer“ nennen. Doch damit sie sich etablieren können, muss ihnen eine Bühne geboten werden! Deshalb sollen auch im kommenden Jahr die jungen Musiker:innen wieder ihr Können darbieten und sich ausprobieren dürfen. Schließlich steht Kurt Weill auch für das Experimentieren, die Lust an Neuem und die Freude an Weiterentwicklung.“

Teilnahmevoraussetzungen und Bewerbungsschluss
Bewerben können sich Solist*innen, Duos und Trios mit einem Repertoire an eigenen Songs (keine Coverversionen) und einen Wohnsitz in Deutschland haben. Zugelassen sind alle Pop- und Jazzmusikstile, inklusive Rock, HipHop, Country, Singer-Songwriter, Reggae und sämtlichen Spielformen der elektronischen Musik. Es gibt keinerlei Einschränkungen hinsichtlich des Alters oder der Vorbildung der Musiker*innen. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Künstler*innen mit menschenverachtenden Texten oder Symbolen.
Die Bewerbungsfrist für dieBauhaus-Residenz 2027 endet am 18. Oktober 2026 um 23:59.
Je Projekt wird von der Stiftung Bauhaus eine Pauschale in Höhe von 1.200 Euro brutto gezahlt. Die local heroes-Stiftung bezuschusst die Residenz mit weiteren 300 Euro brutto je Act. Zusätzlich werden die Reisekosten übernommen. Es fallen keine Übernachtungskosten für das Meisterhaus Schlemmer an.
Bewerbungsverfahren
Die Bewerbung erfolgt über das hier verlinkte Formular. Darin werden unter anderem folgende Infos abgefragt:
- Link zum vollständigen Künstler*innen-Profil auf bands.local-heroes.de, das zuvor kostenlos angelegt werden muss
- Das Künstler*innen-Profil sollte eine künstlerische Biografie und repräsentative Hörbeispiele enthalten.
- Darüber hinaus ist der Bewerbung eine Motivationsbeschreibung hinzuzufügen, sich mit dem Thema „Unsichtbar berührt" sowie der Geschichte des Bauhauses popmusikalisch auseinanderzusetzen. Die Motivation kann nach eigenem Ermessen schriftlich, als Video, als Song oder als Sprachnachricht ergänzt werden.
Die Jury sichtet bis Anfang November alle Bewerbungen. Anschließend finden Auswahlgespräche mit ausgewählten Acts statt. Die finale Entscheidung über die Teilnehmer:innen der Bauhaus-Residenz 2027 wird zeitnah im Anschluss an die Einzelgespräche getroffen.

Kurzer Hinweis zum Leitthema des Kurt Weill Festes 2028:
In seiner 36. Auflage wird es sich vom 25. Februar bis 12. März dem Motto „Unsichtbar berührt“ widmen. Kurt Weill wusste um die besondere Kraft der menschlichen Stimme. In ihrer Klangfarbe, ihrem Ausdruck und ihrer Unmittelbarkeit vermag sie Nähe zu schaffen, Erinnerungen zu wecken und Emotionen zu transportieren – oft noch bevor Worte ihre Bedeutung entfalten. Auch Lotte Lenyas unverwechselbare Stimme prägte Weills Musik und verlieh seinen Songs eine besondere Eindringlichkeit. Unter dem Motto „Unsichtbar berührt“ richtet das Kurt Weill Fest 2028 den Blick auf die Stimme als künstlerisches Ausdrucksmittel und auf jene unsichtbare Kraft, mit der sie Menschen erreicht, bewegt und miteinander verbindet.
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Text: Lina Burghausen, Julia Sasse
Fotos: weframe, Niklas Bäuerle, Yvonne Tenschert



















