
Mit ihrem Song "Kurz zu nah" und Sounds aus dem Hauptbahnhof Aschaffenburg erobert die Pop-Musikerin Katharina Engel das BahnhofBeats-Publikum. (Foto: Line Tsoj)
Der Gewinner-Act der BahnhofBeats 2026 steht fest: Katharina Engel aus Nürnberg gewinnt die 7. Ausgabe des Newcomer-Förderprojektes mit dem Song "kurz zu nah". Das haben tausende Musikfans aus ganz Deutschland in einem zweiwöchigen Online-Voting entschieden. Ihr BahnhofBeats-Song wurde mit selbstaufgenommenen Klängen aus dem Hauptbahnhof Aschaffenburg produziert. Dort ist auch das zugehörige Musikvideo zur Single entstanden.
Im Rahmen der BahnhofBeats hat Katharina Engel gemeinsam mit sechs weiteren vielversprechenden Newcomer-Acts aus der Bundesrepublik ein mehrmonatiges Förderprogramm durchlaufen. Neben den Aufnahmen und Drehs an den Bahnhöfen gehörten dazu Songwriting-Coachings, Live-Auftritte an den Bahnhöfen mit Ingo Ruff, der Stimme der Bahn, sowie eine umfangreiche Promokampagne.
Die BahnhofBeats-Musikvideos erreichten allein in den letzten zweieinhalb Wochen ein Millionenpublikum auf YouTube. Zudem waren die BahnhofBeats-Acts und ihre Songs im TV (z.B. Sat1) und Radio (z.B. MDR Sputnik, TIDE, Antenne Münster) zu erleben. Als Gewinnerin der BahnhofBeats 2026 erhält Katharina Engel nun zusätzlich einen Thomann-Gutschein für Musikequipment im Wert von 1.000 Euro.

Sprachlos und euphorisiert - so lässt sich Katharina Engels Reaktion auf ihren Gewinn am besten zusammenfassen:
„Ich freue mich einfach ultra krass! Mein Bandkollege Mark und ich, wir haben im Leben noch nie irgendetwas gewonnen – deswegen ist das gerade ein absolut verrückter Moment für uns. Man wünscht es sich im Vorfeld natürlich so sehr, hofft und bangt, aber am Ende weiß man es einfach nicht. Die anderen Künstler:innen und ihre Songs waren schließlich alle so toll, ich selbst hätte diese Entscheidung wirklich nicht treffen wollen. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass es geklappt hat. Mein Gott, das ist einfach richtig krass gerade!“
Die Initiator:innen der BahnhofBeats schauen mit Stolz auf die BahnhofBeats-Saison 2026. Isabel Oertel-Weier, Werbereferentin der DB InfraGO AG für Mein_EinkaufsBahnhof, hat das Projekt 2018 mit aus der Taufe gehoben, und fasst die Magie der BahnhofBeats perfekt zusammen:
"Wenn mir vor neun Jahren jemand gesagt hätte, dass einmal Songs aus Haferquetsche, Schienenrattern und Rollkofferklackern ein Millionenpublikum erreichen, hätte ich ihn vermutlich für verrückt erklärt. BahnhofBeats lebt von Menschen, die sich trauen, einen Bahnhof anders zu betrachten. Die Acts entdecken zwischen Gleisen, Shops und Reisenden Geschichten, Sounds und Emotionen, die wir selbst oft überhören. Genau deshalb begeistert mich dieses Projekt bis heute - weil es zeigt, wie viel Leben in unseren Bahnhöfen steckt.“

Mein_EinkaufsBahnhof mit dem Sachsen-Anhalter Verein Aktion Musik / local heroes e.V., der sich der Förderung junger Musiker:innen und Bands jenseits des Musikbusiness-Mainstreams widmet. Bei den BahnhofBeats konnten sich in diesem Jahr aufstrebende Artists aus ganz Deutschland bewerben. Eine Jury wählte die sieben vielversprechendsten Acts aus und schickte sie, ausgestattet mit Fieldrecordern, an die Bahnhöfe in Aschaffenburg, Bremen, Berlin, Essen, Erfurt, Karlsruhe und Kassel, um die spannendsten Sounds aus den Geschäften, Wartehallen und von den Bahnsteigen aufzunehmen.
Diese Sounds wurden dann in die professionelle Produktion ihrer Songs integriert - zum Beispiel als Synthie-Klänge oder Drumsets. Für das Songwriting und die Produktion erhielten die Artists Unterstützung von X-Factor-Gewinner und Artist-Coach David Pfeffer. Niklas Bäuerle, Projektmanager "Live-Formate" beim Aktion Musik / local heroes e.V., ist bereits das zweite Jahr in Folge für die organisatorische Umsetzung der BahnhofBeats verantwortlich. Sein Fazit:
"Die BahnhofBeats 2026 waren sechs Monate gemeinschaftliche Superpower. Alle Acts, alle Videograf:innen, alle Fotograf:innen, alle Beteiligten haben sich in diesem Jahr selbst übertroffen. Aus mitunter alltäglichen Bahnhofsgeräuschen sind einzigartige Songs entstanden, die in ganz Deutschland auf Dauerschleife gehört werden und Anfang Juni über mehr als zwei Wochen in den Mein_EinkaufsBahnhöfen zu sehen waren. In Zeiten, in denen Algorithmen den Takt vorgeben, ist das keinesfalls selbstverständlich und unterstreicht die Qualität und Vielfältigkeit des Projektes und aller seiner Partner:innen."
Diese Songs sind auch im Rahmen der BahnhofBeats 2026 entstanden:
Die Erfurterin Alicee hat mit "not giving up" einen zeitlosen Dreampop-Song aus den Bahnhof-Sounds produziert. Zusätzlich zu ihren Vocals und den Klängen aus dem Erfurter Einkaufsbahnhof hat sie den Violinenpart im Song selbst eingespielt. Die Sounds aus dem Song stammen unter anderem aus den Geschäften Viba, Haferkater und der Wiener Feinbäckerei Heberer.
Zurück in die Zukunft - das ist der Sound der Münsteraner Band Explain Colours. Ihren Musikstil bezeichnen sie als "2080's Synth Pop" - 80er-Charme trifft hier also auf Future Sounds, gespickt mit den Klängen aus dem Essener Einkaufsbahnhof. Diese wurden unter anderem bei dm, Hussel und press&books aufgenommen.
Rotzfrech, laut und kompromisslos - so ist die Mainzer Künstlerin JENOVEVA in die BahnhofBeats gestartet. Ihr am Kasseler Einkaufsbahnhof entstandener Indiepop-Song "Danke Nein" spiegelt das perfekt wieder. Passende Sounds fand die Musikerin unter anderem bei Woolworth, in den BALi-Kinos und bei Gleis 1.
MIK aus Hamburg hat seinen Song mit den Bahnhof-Geräuschen des Bremer Einkaufsbahnhofs veröffentlicht. Der Indiepop-Künstler widmet sich darauf dem berauschenden Gefühl von Glück und zeigt seine stimmliche Vielseitigkeit. Passende Sounds, die diesen Vibe untermalen, fand MIK beispielsweise bei press&books, Subway und Yorma's.
Pop meets Rap: MOSBACH aus dem Kreis Biberach hat schon unter seinem alten Künstlernamen Taubsii erste Bekanntheit erreicht. Mit Sounds aus dem Karlsruher Einkaufsbahnhof, unter anderem aus den Filialen von dean&david, Schmitt&Hahn und Haferkater, liefert er eine Abrechnung an die Ex auf "RAUS AUS MEINEM KOPF".
Nina Louisa Bell liefert mit ihrem "Neuen Deutschen Chanson"-Sound einen ungewöhnlichen wie auch passenden Soundtrack für den Berliner Großstadtdschungel. Ihr Song mit Aufnahmen aus dem Einkaufsbahnhof Berlin ist eine Ode an die Liebe. Die passenden Klänge fand die Künstlerin beispielsweise in Filialen von Brammibals, Calida und im Einstein Café.
Für die sieben BahnhofBeats-Finalist:innen ist die Reise damit noch nicht zu Ende: Am 21. und 27. Juni sind alle Acts gemeinsam auf zwei großen Festivalshows in Erfurt und Essen zu erleben. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.
21.06. - Erfurt, Krämerbrückenfest - Barfüßerruine, ab 13:00 Uhr
27.06. - Essen, ExtraSchicht - Bühne am Hauptbahnhof, ab 17:00 Uhr
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Text: Lina Burghausen
Fotos: Line Tsoj, Antonio Jasawin

































