Haben sich zu einer der renomiertesten Alternative-Bands Deutschlands entwickelt: Van Holzen (Foto: Konrad Laukat)

Zehn Jahre ist es her, dass Van Holzen im local heroes-Bundesfinale rockten. Damals waren die drei Bandmitglieder gerade mal 15 und 16 Jahre alt.

Seither hat die Ulmer Rockband eine großartige Karriere hingelegt: Major-Label-Vertrag und gefeiertes Debütalbum. Ausgedehnte Deutschland-Touren und Support-Shows für internationale Stars wie Billy Talent oder Royal Blood. Mit ihrem oft düsteren, zugleich hochenergetischen Sound erspielte sich die Band eine leidenschaftliche Fanbase.

Seit 2021 entstehen die Alben in Eigenregie als unabhängige Indieproduktionen. Das aktuelle vierte Album markiert dabei den bislang größten Erfolg der Bandgeschichte. „Solang die Erde sich dreht“ erreichte Platz 13 der deutschen Charts. Kollaborationen mit dem Ulmer Rapper Lance Butters oder der Stuttgarter Band Heisskalt zeigen, dass Van Holzen sich konsequent weiterentwickelt. Auf dem Album verarbeitet die Band die Trauer über den viel zu frühen Tod ihres Managers und Förderers Tobias „Bobbes“ Schmid im Jahr 2022.

Im Mai 2026 erschien eine „Extended Version“ des Albums. Darauf finden sich unter anderem Live-Versionen, die eindrucksvoll hörbar machen, was für eine fantastische Liveband Van Holzen sind.

Im exklusiven Interview sprechen Flo, Skinner und Jonas über ihre Anfangsjahre als junge Newcomerband, über die besondere Erfahrung des local heroes-Finales und darüber, was sie auf ihrem Weg durch die Musikindustrie geprägt hat. Außerdem erzählen sie, wie sie heute auf die Entwicklungen des Musikmarkts blicken.

Am 19.06.2026 feiern Van Holzen gemeinsam mit local heroes das 35-jährige Jubiläum des Projekts – als Ehrengäste live in Salzwedel.

So sah ihr letzter Auftritt in Salzwedel beim local heroes Bundesfinale 2016 aus. Nun kehren Van Holzen für ein großes Jubiläumskonzert zurück. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Als Anfang: Wie habt ihr Van Holzen gegründet?

Flo: Jonas und ich haben uns in der dritten Klasse kennengelernt, da waren wir 8 oder 9Jahre alt. Wir haben dann schnell gemerkt, dass wir in unserer Freizeit gerne Musik machen. Wir haben uns dann in verschiedensten Konstellationen von Freunden bei meinen Eltern im Keller getroffen. Und irgendwelche Songs gecovert. Am Schluss sind dann Jonas, sein Zwillingsbruder Niklas und ich übrig geblieben und zusammen haben wir eine Band gegründet: Rockfish. Später ist Niklas ausgestiegen und Daniel an den Drums dazugekommen.

2015 haben wir dann Van Holzen gestartet, mit neuem Sound. Seitdem machen wir das zusammen. Jetzt schon 14 Jahre in dieser Besetzung. Crazy, wenn man darüber nachdenkt!

Wir sind zusammen aufgewachsen, durften die letzten Jahre wirklich Vieles erleben - viel Gutes, auch vieles nicht so Schönes, wie den Abschied von unserem Manager Bobbes. Das alles haben wir miteinander erlebt und durchgemacht. Schon cool.

Ihr kommt aus Ulm. Das ist eine Stadt, die nicht unbedingt als Musikmetropole bekannt ist. Wie gelingt der Durchbruch, wenn man nicht aus Berlin oder Hamburg kommt?

Flo: Wir hatten Glück, weil wir uns zu einem Zeitpunkt gegründet haben, zu dem es schon einige Förderprogramme und Angebote für Nachwuchsbands in Ulm und der Region gab. Auch unseren Manager haben wir durch ein Förderprogramm kennengelernt, das hieß School of Rock. Zudem gab es die Popbastion Ulm und außerdem eine Menge kleiner Festivals. Mehr als heute.

All diese Angebote haben dazu beigetragen, dass wir unsere Band professionell angehen konnten. Damals gab es in Ulm gefühlt gerade mal acht Bands, aber eben trotzdem diese Angebote. Dadurch gab es nicht so übermäßig viel Konkurrenz. Auch bei den Venues mussten wir uns nicht gegen eine übergroße Menge anderer Bands durchsetzen, um spielen zu können.

War es vielleicht auch ein Vorteil für euch, etwas abseits der großen Musikindustrie zu wachsen. Weniger Beobachtung von Anfang an?

Flo: Auf jeden Fall. Unsere Auftritt waren eben erstmal keine Berliner Showcases vor Labelbossen oder so. Wir haben wirklich jedes Wald- und Wiesenfestival in der Umgebung gespielt, Clubs, Jugendhäuser. Da gab es nicht viel zu verlieren. Wir konnten uns da entwickeln. Und das passte auch zu unserer Haltung.

Am liebsten machen wir Sachen auf unsere Art und Weise, ohne dass man uns zu viel reinredet. Auch heute noch arbeiten wir in einem kleinen Team mit Leuten, die wir schon lange kennen, in eigene Strukturen.

Wir waren damals übrigens nicht einmal direkt in Ulm, sondern selbst da abseits auf dem Dorf. Da sind wir in einen alten Schweinestall gezogen und hatten da unseren Proberaum. Da konnten wir 24/7 machen, was wir wollten und unseren Sound entwickeln.

2015 und 2016 habt ihr an sehr vielen Förderprogrammen und Bandwettbewerben teilgenommen. Ihr habt den Förderpreis „Junge Ulmer Kunst der Stadt Ulm“ erhalten, den Bandförderpreis „Play Live“, habt am dem local heroes-Finale und dem „PopCamp“ des Deutschen Musikrats teilgenommen. Wie wart ihr damals drauf?

Flo: 2015 hatten wir uns gerade umbenannt in Van Holzen und einen neuen Musikstil entwickelt. Und in dem Jahr haben wir uns gesagt: Wir machen jetzt alle Bandcontests mit, die uns unter den Nagel kommen. Eigentlich haben wir ein schwieriges Verhältnis zu Bandwettbewerben, weil sie das Konkurrenzdenken unter Musikern verschärfen. Aber in dem Jahr waren wir vor allem auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten. Und nach Input und Feedback.

Ich kann mich erinnern, dass wir in der Zeit echt ehrgeizig waren. Und weil das ganz gut lief mit den Contests und es auch schon erste Anfragen von Labels gab, hat uns das sehr motiviert. Wir wollten bei jedem Contest unbedingt abreißen und das Ding nach Hause fahren.

Skinner: Wir haben komplett unser Ding gemacht. Wir sind da zum Gewinnen hin, haben versucht, alles zu geben. Und wenn es nicht geklappt hat, dann haben wir uns gefragt: Warum haben jetzt hier bitte nicht gewonnen? Und sind dann zum nächsten gefahren.

An was erinnert ihr euch vom local heroes-Bundesfinale 2016?

Flo: Ich weiß noch: An dem Abend, an dem wir das local heroes-Finale gespielt haben, dahaben wir die ersten Entwürfe für unser erstes Album-Cover zugeschickt bekommen. Da saßen wir mit dem Handy in der Hand in der Lobby in Salzwedel und haben uns die Entwürfe angeschaut.

Wir waren insgesamt schon mit ziemlich breiten Schultern am Start und auch krass in unserem eigenen Film. Im Rückblick würde ich sagen, dass wir damals das Austauschen und Vernetzen völlig außer Acht gelassen haben. Ich weiß noch, beim „Play Live“ Contest vor local heroes zum Beispiel, da waren wir so ehrgeizig, dass wir uns fast verfeindet mit den anderen Bands gefühlt haben. An dem Abend haben wir richtig gekämpft. Wie bei einem Sportkampf.

Bei local heroes hatten wir auch gar keine eigenen Fans dabei, wie die anderen Bands. Da waren wir und unsere Fans so 16, 17 Jahre alt. Da war der Radius nach Salzwedel zu groß, als dass unsere Leute mitkommen konnten.

Was nehmt ihr mit von diesen Erfahrungen?

Flo: Insgesamt haben wir von diesen Contests schon sehr profitiert. Nicht nur, weil wir darüber unseren Manager getroffen haben, was einfach ein Hauptgewinn war. Die Contests waren für uns eine Mischung aus: Auftrittsmöglichkeit und Feedbacks bekommen. Und natürlich auch schauen: Wo stehen wir so im Vergleich mit anderen Bands? Wie gut spielen wir? Wie gut spielen die anderen? Und Wettbewerbe zu gewinnen, hat uns dann eine Menge Selbstvertrauen gegeben als Band – das hat uns gepusht. Hinzu kamen Förderprogramme wie zum Beispiel das „PopCamp“ oder das „Treffen junge Musik-Szene“ in Berlin. Da konnten wir wichtige Erfahrungen sammeln.

Breite Schultern und im eigenen Film: Van Holzen beim local heroes Bundesfinale 2016. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Wie geht man in diesen Wettbewerbssituationen, Förderprogrammen und Coachings mit Feedback um? Was nimmt man an, was lehnt man ab? Wann ist man zu Kompromissen bereit?

Flo: Rückmeldungen haben wir uns schon immer sehr zu Herzen genommen. Wir haben bis heute etwas, was wir unseren eingebauten „Bandfilter“ nennen. Da überlegen wir uns sehr genau: Welches Feedback finden wir gut, was ist Quatsch?

Aber 2016 hatten wir einfach ein Momentum, das uns bestätigt hat auf dem richtigen Weg zu sein. Plötzlich klopft eine Major-Plattenfirma an und sagt: Wir haben voll Bock auf Euch! Da haben wir uns gedacht: Dann machen ja wohl was richtig.

Und deshalb mussten wir in der Anfangszeit auch gar nicht so kompromissbereit sein. Das hat sich bei Album Nummer Zwei geändert. Das sollte unbedingt erfolgreicher als Album Nummer Eins sein, es wollten viel mehr Leute mitsprechen. Da gab es das erste Mal den Fall, dass wir mit der Entscheidung konfrontiert waren, Kompromisse einzugehen oder nicht. Das war schwierig.

Und wie entscheidet man dann?

Flo: Wir sind ja glücklicherweise zu dritt. Da kommt es immer automatisch zu einer Mehrheit. Und wenn sich eine Person mit irgendetwas gar nicht wohl fühlt, dann machen wir das auch nicht. Ich weiß aber nicht, ob so etwas überhaupt schonmal vorgekommen ist.

Skinner: Ja, jeder hat ein Vetorecht! Aber wir verbringen unheimlich viel Zeit zusammen und kennen uns schon so lange. Da fühlen sich die meisten Schritte einfach logisch an.

Flo: Ich glaube, eine Rolle spielt, dass wir alle schon sehr früh die Band priorisiert haben. Wir waren am Anfang ja noch Schüler. Es gab ganz viele andere Sachen, die spannend waren: Party am Wochenende, Abhängen mit Freunden. Jonas und ich haben Handball gespielt mit Spielen am Wochenende.

Und wenn sich dann aber alle für die Band entscheiden, dann entsteht ein krass gemeinsamer Vibe, der zusammenhält.

Teilt ihr euch dann eure Aufgaben für die Band auf?

Skinner: Wir haben viele Aufgaben in der Band ein bisschen aufgeteilt. Ich mache zum Beispiel ganz viel Grafikdesign. Jonas fährt alle Strecken, macht unser Tourmanagement und organisatorische Dinge mit der Booking-Agentur zusammen. Und Flo macht alles, was in Richtung Management geht. Er ist auch derjenige, der die meiste Zeit am Computer sitzt und am stärksten in den Aufnahmeprozess eingebunden ist.

Ihr blickt auf vier Alben zurück. Was hat sich aus eurer Sicht seither in der Musikindustrie verändert?

Flo: Ich habe gerade vorhin ein Video gesehen, in dem gesagt wurde, dass sich in den letzten 3 Jahren so viel in der Musikindustrie verändert habe, wie in den letzten 30 Jahren nicht. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber von unserem Debütalbum bis jetzt ist es schon sehr anders geworden. Beispielsweise die Rolle der Major-Label. Damals waren die noch die entscheidenden Gatekeeper. Die Majors hatten die Macht zu sagen: Wenn wir jetzt hier richtig reinbuttern, dann bekommt ihr garantiert die und die Sichtbarkeit.

Heute werden Hits von Leuten in ihren Schlafzimmern geschrieben, über TikTok in die Welt gepustet und dann ein Hit. Es ist alles viel zugänglicher geworden. Und überfluteter natürlich auch.

Heute entscheidet der Algorithmus, ob etwas erfolgreich ist. Das ist auch nicht toll, aber ich habe den Eindruck, dass die Chancen etwas gleicher verteilt sind als früher.

Habt Ihr einen Tipp für Newcomer? Wie setze ich mich bei der Vielfalt von Musikdurch?

Flo: Das Wichtigste ist heutzutage, einen Bezug zu deiner Fanbase herzustellen. Wie auch immer man das macht. Für uns ist der einfachste und beste Weg, live zu spielen. Aber wir achten auch darauf, dass wir außerhalb der Konzerte im Real Life der Leute stattfinden. Deshalb releasen wir zum Beispiel weiterhin Alben. Dann können wir den Leuten eine Platte schicken mit einem Booklet, in dem Texte von uns drinstehen. Das erzeugt dann eine Verbindung. Ich würde schon sagen: Je mehr Musik online stattfindet, umso wichtiger ist der echte Kontakt.

Welche Rolle spielt Authentizität als Faktor?

Jonas: Authentizität…Da kommt es sicher ganz darauf an, was es für ein Projekt ist. Auch Projekte, die total inszeniert sind und eine Kunstform zeigen, können voll cool und interessant sein. Mein Rat ist einer, den ich auch erst sehr spät selbstbegriffen habe: Dass man am besten einfach erstmal naiv loszieht, so wie wir es auch 2014/2015 gemacht haben. Einfach aus Bock an der Sache und mit Energie.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass viele Newcomer heute sehr schnell auf der Suche nach einem Manager sind oder einer Agentur, die ihr Marketing macht. Nach irgendwem, der sie dann in die Presse oder das Radio bringt. Damit verschwendet man unheimlich viel Energie. Und am Ende, wenn sich dann nach zwei Jahren doch herausstellt, dass es so nicht klappt, dann wird man fallen gelassen.

Ich meine, dass es einfach viel wichtiger ist, Sachen zumachen, die wirklich gut sind. Sich eine Idee vom visuellen Konzept zuüberlegen. Sicherzustellen, dass die Musik richtig gut ist. Und dann lieber im kleinenTeam mit ein paar Freunden arbeiten. Nicht immer nach oben schielen, sondernerstmal schauen, dass man seine Fans begeistert. Und natürlich: So viel wie es geht live spielen.

Das wird immer schwieriger … Venues verschwinden, Festivals sterben …

Jonas: Ja, da mache ich mir auch wirklich Sorgen. Das wird immer schwerer für Bands, die neu anfangen. Und auch für uns wird es nicht leichter. Es werden Jahr für Jahr weniger Festivals, auf denen man spielen kann.

Und dann gibt es noch die Konkurrenz der „Künstlichen Intelligenz“…

Flo: Wir versuchen uns da, so gut es geht, keine Gedanken zu machen. Wir drei stehen so krass auf handgemachte – das ist ein lustiges Wort! – oder eben unperfekte Musik mit menschlichen Emotionen, dass dieses ganze KI-Ding für uns nicht so präsent ist.

Wir sehen natürlich schon, wie KI die Musik verändert und eine Gefahr für den Musikmarkt ist. Jeden Tag kommen Zigtausend neue Songs raus und mittlerweile ist ein Drittel davon KI, oder so. Ich glaube auch, das wird jetzt noch eine Weile immer schlechter werden. Aber ich bin auch sicher, dass diese cleane Ästhetik, die eine KI an sich hat, den Leuten irgendwann auf die Nerven geht. Und dann suchen sie sich wieder Musik, die richtig rumpelt.

Ich habe ziemlich genau den Erfolg von Geese mitverfolgt. Um die gibt es ja einen heftigen Hype, auch in Deutschland. Und deren Musik rumpelt total. Die ist komisch und verschroben… So eine Musik wird immer relevant sein.

Skinner: Ich meine auch, dass die Bedrohung durch KI vom Genre abhängt. Also: Du brauchst jetzt nicht mehr als Mensch anfangen, Schlagermusik zu machen. Das ist einfach over! Klingt vielleicht hart, ist aber so. Ich sehe schon in meinem Umfeld, dass die Leute nach Imperfektionen und Menschlichem suchen. Geht mir ja auch so. Ich höre gerade die ersten 4 Alben von Korn. Die sind ohne Clicktrack aufgenommen, einfach total wild. Sowas könnte eine KI nie machen.

Oder schau dir auch die Werbung an. Man sieht Werbung und eine Woche danach gibt es dann ein „Behind the Scenes“-Video.

Und DAS ist es, was die Menschen sehen wollen. Nicht die Werbung selbst, die auch eine KI erstellen könnte. Sondern die Kreativität von Menschen. Teilhaben zu können daran, wie etwas Kreatives entsteht.

Flo: Für Bands heute ist die viel größere Herausforderung die Eventisierung von Konzerten. Heute darf ein Konzert ja nicht mehr einfach ein Konzert sein, das man sich einmal im Monat leisten kann. Sondern ein Konzert muss wie Disneyland sein und das Ticket kostet dann 200 Euro oder mehr. Dann geht das Publikum eben nur einmal im Jahr auf ein Konzert. Die Menschen haben ja nicht endlos Geld. Und dieses Geschäft ist in der Hand von Konzernen wie CTS Eventim oder LiveNation.

Es ist doch so: Wenn Stars wie Harry Styles nun Residencies spielen, wo er 30 Tage lang im Madison Square Garden ist und die Leute Tausende von Euro ausgeben müssen, um dahin zu kommen. Dann haben die natürlich kein Geld mehr, um ihre Local Band zu supporten. Und da weiß ich nicht, wie man aus der Situation rauskommen soll.

Skinner: Ein Problem ist ja auch, dass deshalb die mittelgroßen und kleineren Festivals wegsterben. Das erzeugt eine viel schlechtere Ausgangslage für alle Leute, die eine Band gründen wollen.

Jonas: Genau! Jetzt ist einfach total wichtig, die mittelgroßen und kleinen Festivals zu supporten.

Das geht raus an alle Fans: Geht dorthin und unterstützt die. Denn, die kämpfen alle mit so viel Herzblut und so viel Engagement und oft als Non Profits. Das muss unterstützt werden, damit diese Festivals bestehen bleiben.

Aber wichtig ist auch, dass es das jährliche Stadtfest noch weiterhin gibt und nicht einfach das nächste große Konzernfestival dorthin gestellt wird, wo die Karte 200 bis 500 Euro kostet. Und dann heißt es: Hier könnt Ihr internationale Acts sehen! Ja, aber die deutschen Acts fallen hinten runter. Dabei braucht man diese Kultur ja auch in Deutschland. Junge, frische Indierock-Bands. HipHop, egal... Das darf nicht einfach vom internationalen Markt und internationalen Stars weggedrückt werden.

Flo: Aber wer weiß: Vielleicht folgt auch diesem „Schlechter werden“ und dieser Frustration auch irgendwann einfach so eine positive Wut! Ein Antrieb, etwas Neues auf die Beine zu stellen. Ja, irgendwie möchte ich mich darauf verlassen, dass so eine Musikszene funktionieren kann. Und darauf konzentriere ich mich. Das gibt mir ein gutes Gefühl, das mich selbst motiviert und inspiriert.

Danke Euch für das Gespräch! Wir freuen uns riesig auf euren Auftritt in Salzwedel!

Skinner, Jonas und Flo blicken auf eine bewegte Karriere und gehen ihren eigenen Weg in der Musikbranche weiter. (Foto: Capadol)

35 Jahre local heroes, 35 Jahre Newcomerpower. Wir feiern und mit uns Acts aus 35 Jahren Newcomergeschichte. Sei dabei!

Am 19.06.2026 kommen Van Holzen zurück nach Salzwedel in den Club Hanseat. DieBand, die 2016 selbst im local heroes-Bundesfinale stand, kehrt genau zehn Jahre später dorthin zurück, wo für sie vieles begann: auf eine Bühne voller Energie, Nachwuchskreativität und musikalischem Aufbruch. Heute gehören Van Holzen zu den spannendsten deutschsprachigen Rock-Acts. Eröffnen werden den Abend die regionale Newcomeracts ferlierer aus Salzwedel und Meyna aus Magdeburg ganz im Geiste der Newcomer-Förderung.

Hier findest du alle Infos und Tickets zum Jubiläumskonzert am 19. Juni im Club Hanseat in Salzwedel.

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Text: Ole Löding
Fotos: Christoph Eisenmenger, Capadol