Sechs Solo-Artists und eine Band aus ganz Deutschland sind Teil des Musikförderprojekts BahnhofBeats 2026. In den kommenden Wochen werden sie spannende Bahnhof-Sounds in Musik verwandeln. (Collage aus Fotos von Rosi Penthaler, Anna Lübbke, Katharina Engel, Greta Klos, Feli Umar, Marc Herwig, Nicolai Weber, Lucas Micka, WeFeel)

Insgesamt sieben Bands und Solo-Künstler:innen sind Teil der neunten Ausgabe der BahnhofBeats. Das in diesem Jahr erstmalig deutschlandweit stattfindende Newcomer-Förderformat verzeichnete in diesem Jahr über 100 Bewerbungen. (Fotocollage: 

Jenoveva aus Mainz, Explain Colours aus Münster, Alicee aus Erfurt, Katharina Engel aus Nürnberg, MIK aus Hamburg, Mosbach aus Wain und Nina Louisa Bell aus Berlin werden in den kommenden Wochen die spannendsten Geräusche aus den Bahnhöfen und Einkaufsbahnhofs-Shops aufnehmen und in Songs verarbeiten. Diese werden dann am 2. Juni 2026 veröffentlicht. Das Format BahnhofBeats wurde 2018 als gemeinsames Musikförderprojekt vom Verein Aktion Musik / local heroes e.V. und Mein_EinkaufsBahnhof ins Leben gerufen.

Die Berliner Musikerin Darlin fand letztes Jahr passende Sounds im Berliner Hbf und überzeugte das Publikum mit ihrem Song "Same Old Place". (Foto: Max Zdunek)

Die BahnhofBeats holen aufstrebende Musiker:innen dorthin, wo der Alltag am greifbarsten ist, Reisen beginnen und das Gefühl, "nach Hause zu kommen" real wird: Am Bahnhof, einem Ort, der wie kaum ein anderer für Vielfalt, Begegnung und gesellschaftliches Miteinander steht. Die einzigartige Klangwelt deutscher Einkaufsbahnhöfe wird durch die BahnhofBeats-Artists in innovativen Songs festgehalten und so zum passenden Soundtrack für den nächsten Bahntrip.

Dabei dürfen die sieben BahnhofBeats-Artists nicht nur auf den Bahnsteigen und Wartehallen, sondern auch in insgesamt 29 Mein_Einkaufsbahnhof-Shops die ungewöhnlichsten Sounds für ihre Songs erkunden - darunter dm, Yorma's und Haferkater. Die Künstler:innen nehmen neue Impulse, ein erweitertes Netzwerk sowie Einblicke in die Musikindustrie aus dem Förderformat mit.

Das sind die sieben BahnhofBeats-Acts 2026:

Alicee (Erfurt):
Alicee ist Sängerin und veröffentlicht seit 2021 eigene Songs. Sie hat an der HfM Weimar mit Schwerpunkt Jazz-/Popvocals Musik studiert und spielt seit frühester Kindheit Klavier und Geige. In Schweden geboren und in Deutschland zwischen drei Sprachen und zwei Kulturen aufgewachsen, hat sie sich schon immer in den Zwischenräumen wiedergefunden. Genau dieses Gefühl steht im Zentrum ihrer Musik. Sie verbindet Pop mit elektronischen Elementen, fantasievollen Melodien und souly Vibes zu einem Sound, der sich mühelos zwischen modernem Dream-Pop und cinematischen Klanglandschaften bewegt. Mit klarer Stimme, kunstvollen Vocals und ehrlicher Emotionalität erzählt sie in ihren Songs von Sehnsucht und Mut.
Alicee macht sich am Erfurter Hauptbahnhof auf die Suche nach passenden Sounds für ihren BahnhofBeats-Song.

Explain Colours (Münster):
Explain Colours vereinen nostalgische 80s-Synth-Ästhetik mit zeitgenössischer Pop-Produktion und greifen gleichzeitig Einflüsse aus EDM, Metal und der techno-geprägten Münsteraner Clubszene auf. Das Ergebnis ist ein Sound, der Vertrautheit weckt und zugleich durch genreübergreifende Energie überrascht. Das Trio entstand 2023 aus einem DIY-Projekt in Münster und entwickelte einen Sound, den die Band selbst 2080s Pop nennt: Nostalgische Synthesizer inspiriert von den 80ern und 90ern, kombiniert mit moderner Popproduktion und der Energie von Metal und EDM.
Explain Colours werden ihre Sounds am Hauptbahnhof Essen aufnehmen.

Jenoveva (Mainz):
JENOVEVA macht deutschsprachigen Indie-Pop zwischen New Wave, Pop-Rock und Synth-Pop. Ihre Songs verbinden treibende Sounds mit direkten, introspektiven Texten über das, was oft unausgesprochen bleibt – persönlich, gesellschaftlich, emotional. Live ist JENOVEVA nahbar, energetisch und verbindend. Sprache und Bewegung stehen im Zentrum, Reflexion trifft auf Tanzbarkeit. Nach Auftritten u. a. beim CSD Rhein-Selz und dem New Hot Pop Festival Düsseldorf erscheint 2026 ihre erste EP. Klanglich bewegt sie sich zwischen Mia. und Wir sind Helden – mit einem klaren, eigenständigen Sound.
Jenovevas BahnhofBeats-Aufnahmen werden im Hauptbahnhof Kassel stattfinden.

Katharina Engel (Nürnberg):
Katharina Engel ist eine deutsche Songpoetin und Popsängerin. Ihre Musik bewegt sich irgendwo zwischen Melancholie und Rebellion, Intimität und Aufbruch, Zartheit und Energie. Mit klarer Stimme, sphärischen Synthieklängen und einer ungekünstelten Authentizität erschafft sie Songs, die anders schön sind. Schon im Alter von fünf Jahren begann Katharina, ihre Gefühle dem Klavier zu erzählen. Nach einem Musikstudium entwickelte sie schließlich ihren ganz eigenen Sound. Ihre Songs sind eine Reise durch die emotionale Bandbreite des Lebens. Sie schreibt über Liebe, Verlust, Sehnsucht – und dann wieder über die Dinge, die alle denken, aber niemand sagt.
Katharina Engel wird am Aschaffenburger Hauptbahnhof auf die Suche nach inspirierenden Klängen für ihre Songs gehen.

MIK (Hamburg):
Der Hamburger MIK begeistert mit seinem Deutsch-Indie-Pop-Sound – ein Artist, der Alltagsgefühle so direkt, ehrlich und poetisch ausdrückt, dass sich ein ganzer Raum darin wiederfindet. Seine Songs machen Mut, bleiben hängen und verbinden analoge Indie-Wärme mit modernen Hooklines. Mit Supportshows für JORIS, Mighty Oaks und NIEMALS, einem Debütkonzert in der Hamburger Markthalle (MarX) und einer wachsenden #mikfam zeigt MIK bereits jetzt, wie stark seine Musik Menschen verschiedener Altersgruppen und Hintergründe erreicht.
MIK reist für seine BahnhofBeats-Recordings an den Hauptbahnhof Bremen.

Mosbach (Wain bei Ulm):
Fabian MOSBACH, ehemals unter dem Künstlernamen Taubsii unterwegs, macht Musik, die sich nicht verstellt. Seine Songs drehen sich um das, was echt ist: Verlust, Selbstfindung und das Suchen nach Nähe. Dass sein Sound ankommt, zeigen über 160.000 Streams auf seinem erfolgreichsten Track. Aktuell entwickelt er sich weg vom reinen Rap hin zu einem tanzbaren Indie-Pop-Vibe. Das Ganze ist eingängiger und energetischer geworden, behält aber die emotionale Tiefe seiner Anfänge. Keine Fassade, kein Kitsch – einfach ehrliche Musik zum Fühlen und Mitsingen.
Mit diesem Erfolgsrezept sucht Mosbach nach passenden Bahnhofsounds am Karlsruher Hauptbahnhof.

Nina Louisa Bell (Berlin):
Nina Louisa Bell macht Neues Deutsches Chanson. Mit einer Stimme, glasklar wie Champagnergläser, kultiviert sie ein Berlin, das in verstaubten Romanen weiterlebt. Dabei besingt sie die Stadt mit einer Liebe, die stets auch Verachtung für hässliche Neubauten übrig hat. Ihre Debüt-EP „Berliner Nächte“ erschien 2025 und schwankt zwischen verlorengeglaubter Großstadtromantik und der Überzeugung, dass Musik politisch geschrieben gehört. Inspiriert von Marlene Dietrich, Hildegard Knef und Reinhard Mey, aber auch von der melancholischen Glamourwelt Lana Del Reys oder Marilyn Monroes, erschafft Nina Louisa Bell ihren eigenen Sound: schimmernd, scharfzüngig, poetisch.
Nina Louisa Bell wird im Berliner Hauptbahnhof ihre Bahnhofsounds aufnehmen.

Für die Aufnahmen werden die Newcomer-Künstler:innen mit hochwertigen Fieldrecordern der Marke ZOOM ausgestattet. Bei der professionellen Produktion ihrer Songs erhalten sie Unterstützung von Sänger, Produzent und Artist-Coach David Pfeffer. Neben der anschließenden Vermarktung der Songs sind auch ein Musikvideo sowie individuelle Coachings Teil des Förderpakets der BahnhofBeats. Zudem spielen alle Musiker:innen im Juni 2026 je eine Show auf dem Erfurter Krämerbrückenfest sowie bei der ExtraSchicht in Essen.

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Text: Lina Burghausen
Fotos: Max Zdunek, Line Tsoj, Rosi Penthaler, Anna Lübbke, Katharina Engel, Greta Klos, Feli Umar, Marc Herwig, Nicolai Weber, Lucas Micka, WeFeel