local heroes – „Das ist Liebe und Offenheit!“

„Wir haben bereits viel Bühnenerfahrung und wissen, dass Livespielen unsere Stärke ist“, empfehlen sich Bloomer für das Landesfinale. (Foto: Pressematerial)

Bloomer haben es geschafft. Am 24. Juni stehen die drei Landshuter mit vier weiteren Bands im local heroes Bayern-Landesfinale 2022. Endlich! Immerhin warten sie alle seit zwei Jahren auf den großen Tag auf der Zeltbühne des „ab geht die Lutzi“-Festivals. In Rottershausen wird eine Jury über ihren Einzug ins local heroes-Bundesfinale entscheiden. Doch wer verbirgt sich hinter Bloomer?

„Wir freuen uns riesig, Teil des Ganzen zu sein und endlich wieder Shows spielen zu können!“, lassen uns Bloomer dieser Tage wissen. Diese Freude ist ganz unsererseits. Schließlich waren die vergangenen zwei Jahre ein stetes Auf und Ab – vor allem für die Kulturszene. Nicht wenige haben die Pandemie genutzt, um einen Blick über den Tellerrand zu werfen und sich „neu zu erfinden“. „Es war eine deprimierende und zugleich spannende Zeit“, so das Resümee der local heroes-Organisatorinnen. „Es ist schön zu sehen, dass der musikalische Nachwuchs den Kopf nicht in den Sand gesteckt hat.“


Neue Ziele – neue Musik

Bloomer ist ein Paradebeispiel hierfür. Sie stellten sich völlig neu auf. Die Besetzung veränderte sich und damit auch ihr Image. Erst vor kurzem machten sie öffentlich, künftig unter dem Bandnamen Bloomer aufzutreten und den alten Namen Keep it close abzulegen. „Wir haben das, was wir mit Keep it close gemacht haben, schlichtweg nicht mehr gefühlt“, erzählt das Trio. „Hinzu kam noch, dass alle den alten Bandnamen ganz furchtbar fanden, da dieser von Gründungsmitgliedern stammte, die gar nicht mehr Teil der Band waren.“ Für sie stand fest: Der bisher typische „schwere und traurige Moll-Sound“ passt nicht mehr zu ihnen. „Mit dem Ausstieg von Vincent haben wir dann im Kollektiv beschlossen, uns unter dem Namen Bloomer neuzugründen, mit neuen Zielen und neuer Musik.“

Und wie darf man sich Bloomer nun vorstellen? „Was die Personen als auch den Musikgeschmack betrifft, sind wir Drei wirklich durch und durch verschieden. Wir haben einen unfassbar tiefenentspannten Charakter, welcher stets den Frieden in der Band wahrt, einen verantwortungsbewussten und einen super Aufgedrehten. Schön ist keiner aber nett sind wir alle!“, lautet ihre charmante Kurzbeschreibung. In Sachen Musik kämen sie alle aus verschiedenen Ecken. Drummer Manu sei der „totale Indie-Head“, Felix komme aus dem klassischen Rock und Luca sei irgendwann mal vom „Emo & Hardcore Zug gefallen“.

Bloomer meets Lonely Spring: Im vergangenen September trafen die aktuellen Landesfinalisten auf ehemalige Teilnehmer. Das Fazit: „Das sind richtig geile Typen!“ (Foto: Pressematerial)

Für sie geht es also auf zu neuen Ufern. Und da passt local heroes Bayern richtig gut ins Konzept. Denn danach gefragt, was für sie einen local hero auszeichnet, antworten sie prompt: „Liebe und Offenheit für alles und jeden!“ local heroes lebt dieses Credo seit über 30 Jahren. Wie sie vor mehr als zwei Jahren zur bayerischen Ausgabe von Deutschlands traditionsreichstem Non-Profit-Projekt gestoßen sind, das wissen sie schon gar nicht mehr so genau. „local heroes kennt man einfach“, sind die Drei überzeugt. Den letzten Anstoß habe es aber von einer gemeinsamen Bekannten gegeben, die auch in der Münchner Kulturszene unterwegs sei. „Wir hatten Bock auf das, was wir am liebsten machen - live spielen!“, erinnern sie sich an die Beweggründe für ihre Bewerbung. Doch, neben der Spielfreude, gibt es mittlerweile auch andere Punkte, die sie dem Landesfinale freudig entgegensehen lassen. „Dani, unsere Betreuerin, ist voll lieb und (gottseidank) geduldig!“ Das Ganze finde außerdem auf einem „wunderschönen Festival“ statt. Die teilnehmende Band Stand Up Stacy kennen sie ebenfalls bereits online und freuen sich, diese nun endlich persönlich kennenzulernen. Und last but not least gehöre die befreundete Band Brew Berrymore ebenfalls zu den aktuellen Top 5. „Das sind richtig geile Typen, mit denen wir schon einige Konzerte gespielt haben. Wir freuen uns mit ihnen mal wieder die Bühne zu teilen.“

Eine gute Zeit ist also garantiert! „Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen, mal wieder unsere Instrumente zu stimmen“, berichten die Drei schmunzelnd über ihre Vorbereitungen auf das Landesfinale. „Da wir uns neu gegründet haben, werden wir vermutlich nur Songs spielen, die noch nicht veröffentlicht sind. Daher sind wir sehr auf die Resonanz gespannt.“

Das ist der gelebte "local heroes"-Netzwerk-Gedanke: Bloomer und Stand Up Stacy haben online über local heroes zusammengefunden. Mit tollem Ergebnis: Denn entstanden ist daraus bereits ein erster, gemeinsamer Song. (Foto: Pressematerial)


Vorher Instrumente stimmen – das wäre gut

Erfahrungen in Sachen Newcomer-Wettbewerben bringen sie hingegen bereits mit. „Wir haben mal beim Emergenza mitgemacht und noch bei ein paar anderen kleineren Contests“, erinnern sie sich zurück. Ausschlaggebend sind diese allerdings nicht. Bloomer gehen daher freudig und offen an die neue Herausforderung heran. „Wir sind uns sicher, dass wir alle eine gute Zeit haben werden! Schließlich machen und genießen wir das, was wir alle lieben. Nämlich Musik!“ Natürlich haben sie sich Gedanken darüber gemacht, worauf die Experten-Jury achten könnte. „Nicht auf die Bühne kotzen! Das ist schon mal die halbe Miete“, sagen sie nicht ohne ordentliches Augenzwinkern. „Instrumente stimmen sollte man vorher auch.“ Der Rest wird sich finden. „Soweit wir das beurteilen können, sind das alles super Bands und Musiker:innen“, so ihr Eindruck über die übrigen Top 5.

„Am liebsten den Job an den Nagel gehängt, um Mukke zu machen“, bringen Bloomer ihre Zukunftswünsche auf den Punkt. „Wir wollen nicht viel vom Leben, wir wollen nur das machen, was wir am meisten lieben!“ (Foto: Pressematerial)

Eines ist demnach sicher: Ihrem Auftritt auf dem local heroes Bayern-Landesfinale können Publikum und Jury definitiv freudig und vor allem gespannt entgegensehen. Bis es endlich soweit ist, sei allen ihr Mantra wärmstens ans Herz gelegt: „60 Minuten Abriss. 60 Minuten perfekt unperfekt sein. 60 Minuten alles außerhalb des Konzertsaals vergessen. 60 Minuten aufblühen!“

Text: Nicole Oppelt

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