Zehn Fragen an Folkert Koopmans August 1990: Folkert Koopmans gründet die Konzertagentur Scorpio – kaum ahnend, dass sich das Unternehmen zwanzig Jahre später zu einer Agentur gemausert haben wird, die Millionen Euro umsetzt und zu den führenden Konzertveranstaltern in Deutschland zählt. "Musikmarkt LIVE!" bat den Firmenchef um zehn kurze Einblicke.
1. Warum sind Sie Veranstalter geworden? Ich hatte immer Interesse am Organisieren, was sich im selbstverwalteten Jugendhaus Ende der 70er ergeben hat, außerdem bin ich sehr musikinteressiert (sozusagen früher Plattensammler), daraus hat sich ergeben, dass ich nach und nach die Branche kennengelernt habe (Plakatierer, Stagehand, Ordner, Konzerte mit lokalen Bands etc.)
2. Wie kam die Gründung von FKP Scorpio zustande? Ich habe von 1987 bis 1990 als Talentbuyer für die Große Freiheit 36, das Docks und drei weitere Clubs gearbeitet. Danach hat es sich mehr oder weniger einfach ergeben, da alle anderen Optionen wie ein Angestelltenverhältnis bei einem anderen Veranstalter nicht meinen Vorstellungen entsprach. Ich habe dann zusammen mit einer Assistentin angefangen.
3. Was macht Ihnen am "Veranstalten" am meisten Spaß? Das Entwickeln neuer Projekte, aktuell der "Rolling Stone Weekender", das "Elbjazz Festival", den "Hamburger Kultursommer" und die Beatlemania.
4. Warum sind Sie ins Festival-Business eingestiegen? Ich hatte schon in der Jugendhaus-Zeit bei kleineren Festivals mitgearbeitet und habe das als Nische gesehen, die nicht wirklich besetzt war. Im Tourgeschäft war der Kuchen verteilt, ebenso gab es in Hamburg mehrere örtliche Veranstalter. Außer "Rock am Ring"/"Rock im Park" und dem "Bizarre Festival" gab es keine relevanten Festivals, in Norddeutschland gar keins. In diese Marktlücke bin ich mit dem "Hurricane" gestartet.
5. Welches sind die wichtigsten Meilensteine in 20 Jahren FKP Scorpio? - die Tourneen mit Inner Circle europaweit in 1992/1993 - das "Hurricane Festival" - die Entwicklung von Arena-Opern - die Übernahme von Palazzo - der "Hamburger Kultursommer"
6. Sind Sie 24/7 mit Ihrer Arbeit beschäftigt – oder gönnen Sie sich auch mal die Hängematte? Ja, aber nicht so oft, und wenn, dann außerhalb Deutschlands.
7. Haben Sie "Lieblingsthemen" unter den FKP-Scorpio-Produktionen? Derzeit den "Rolling Stone Weekender" und den "Hamburger Kultursommer".
8. Was war das bisherige Highlight in 20 Jahren FKP Scorpio? Mehrere: 1997 die Smashing Pumpkins auf dem Spielbudenplatz und 2007 Pearl Jam beim "Hurricane".
9. Ginge es nach Ihnen, welche Wunschträume würden Sie sich mit Ihrem Unternehmen noch erfüllen? Grundsätzlich möchte ich jedes neue Projekt erfolgreich machen, und es gibt auch neue Ideen, die jedoch noch nicht spruchreif sind.
10. Welches große Positiv- und welches großes Negativ-Thema wird die Live-Entertainment-Branche in den nächsten Jahren beherrschen? Positiv: Die schnelle Entwicklung des Internets, die uns hilft, Musiker unabhängig von großem Medienaufwand und Plattenfirmen bekannt zu machen. Negativ: Die Erhöhung verschiedener Kosten in der Konzertdurchführung, was sich auch in den kommenden Jahren auf die Eintrittspreise auswirken wird.
Die FKP-Firmengruppe - FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH - Palazzo Produktionen GmbH mit Standorten in Amsterdam, Wien, Stuttgart, Frankfurt, München und Berlin - Ausstellungs- und Betriebs- GmbH Beatlemania Hamburg - Mediaagentur Octopus
Zahlen und Fakten - über 50 Angestellte - Jahresumsatz von über 35 Millionen Euro - seit Juli 2000 gehört FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH zu 50,2 Prozent der Medusa Music Group GmbH, einer Tochtergesellschaft der CTS Eventim AG - FKP Scorpio veranstaltet die Festivals "Hurricane", "Southside", "M’era Luna", "Highfield" und "Area 4" sowie "Plage Noire" und "Rolling Stone Weekender", außerdem, als Teilhaber an der CRP Konzertagentur, den "Chiemsee Reggae Summer". Darüber hinaus ist FKP Scorpio am Schweizer "Greenfield Festival" beteiligt.
Quelle: musikmarkt.de
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