SAND

„Winterlieder“

In einer Welt, wo das eigene Glück auf Kosten anderer geht, unglaubliches Elend, Ausweglosigkeit herrscht, entsteht menschliche Kälte. Eine Winterlandschaft tut sich auf, in der alles eine dünne Eisschicht umhüllt. Keiner hat dem anderen mehr etwas warmes zu sagen. Oft sind genau diese Eindrücke der Anlass für die Musik und Texte von Sand.
Der Ausgangspunkt ist immer die irdische Welt, an der man nicht verzweifeln will.

Sebastian Lohse kennen die meisten sicherlich bloß als Robin Sohn. Unter diesem Namen war er als Sänger bei der Letzten Instanz fast 6 Jahre für Texte und Gesang zuständig. Im Dezember 2003 trennte er sich von der Band. Ein schwerer Schritt. Es waren bandinterne Unstimmigkeiten, künstlerischen Konsequenzen und sein eigener Anspruch an eine verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Identität, dem Zuhörer und der persönlichen politischen Meinung, die ihn dazu brachten. Er beharrt immer noch darauf, mit Kunst bei den Menschen nicht nur den Geldbeutel erreichen zu wollen, sondern vor allem das Gehirn, so schwer das auch ist.

Robin Sohn heißt nun wieder Sebastian Lohse und singt bei „Sand“, gelassen, gereift aber immer noch mit scharfer Zunge und wortgewandt wie eh und je. Komponiert hat die Lieder der Filmkomponist Frieder Zimmermann, der auch schon in diversen bekannteren Formationen, wie Forkefeld, Need A New Drug und dem Stahlquartett, Erfahrungen auf diesem musikalischen Gebiet vorzuweisen hat.
Ihre nun erscheinende CD „Winterlieder“ (Hörprobe unten!) besticht durch die Synthese aus ungewöhnlichen, sich vervielfältigenden Melodien und schwebenden Rhythmen und den stets fordernden, entschiedenen und philosophischen Texten, die zusammen ganz einfache Lieder im ganz herkömmlichen Sinne bilden. So entstehen diese „Neuen Deutschen Chansons“, ohne Pathos, Trend-Kalkül oder sonstige Schubladen.

Der Hörer merkt, hier geht es eindeutig um den Inhalt, und nicht um die Verpackung. So kommt eine Balance aus den verschiedensten Musikstilen zusammen. Sand legt sich nicht fest, sondern versucht die eigene musikalische Sprache zu sprechen. Die Texte hinterfragen unsere abgestimmten Muster, die Gültigkeiten unserer sprachlich abgestumpften Konsumwelt und lassen den Hörer in seine eigenen Gedanken eintauchen. Diese Chansons sind keine Manifestationen eines rauschhaften Gemeinschaftsgefühls, der Kapitulation vor dem Konsum, sondern Anrede an den Einzelnen, sie brauchen den Hörer und lassen ihn gelten.
Endlich ein deutsches Album, was nicht nach Konformität schreit und sich dem gängigen Chartklingeltönen anzupassen versucht.

Tracklist:

01. Bob
02. Was uns verbindet
03. Nur Du
04. Küss mich
05. Zufrieden
06. You are
07. Hinaus ins Freie
08. vorübergehend vertiefend
09. Haut das Hin
10. Tal der Tränen
11. Gleichgewicht
12. Immernochnichts

PLUS: Bonus – Video zu „was uns verbindet“

Mehr unter www.winterlieder.de

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