Husmann, Ralf: "Nicht mein Tag" Der mehr als erfolgreiche "Stromberg"-Autor Ralf Husmann ist unter die Romanschreiber gegangen. Die Hürde nimmt er entspannt und erzählt eine unterhaltsame, witzige kleine Geschichte des absolut normalen und gelangweilten Bankangestellten Till Reiners. Dessen Leben gerät eines Tages aus den Fugen. Ein Bankraub ereignet sich und weitet sich zur Flucht mit Geiselnahme aus.
Der mehr als erfolgreiche "Stromberg"-Autor Ralf Husmann ist unter die Romanschreiber gegangen. Die Hürde nimmt er entspannt und erzählt eine unterhaltsame, witzige kleine Geschichte des absolut normalen und gelangweilten Bankangestellten Till Reiners. Dessen Leben gerät eines Tages aus den Fugen. Ein Bankraub ereignet sich und weitet sich zur Flucht mit Geiselnahme aus.
Dann scheint sich gar eine Kumpelgeschichte daraus zu entwickeln. Ein Roadmovie beginnt sich vor dem inneren Auge des Lesers abzuspielen: Eine Reise durch Holland und Frankreich beginnt und Hauptkommissar Bergmeister hat endlich einen richtigen Fall...
Und auch in Tills Leben ist seit Langem mal wieder Action, denn sonst will ihm nie etwas gelingen. Jeder Flirtversuch mit der leicht bekleideten Kollegin Jessica verläuft im Sand, der Beischlaf mit der eigenen Frau beginnt erst gar nicht und für die Flucht aus den Fängen des Entführers ist Till zu feige.
Husmann zeichnet spielend leicht den farblosen Charakter der Hauptfigur. Till möchte gerne wilder, männlicher, eben ein Anderer sein. Dabei greift der Autor auf Bewährtes zurück. Wie schon in seinen Serien Stomberg und Dr. Psycho, setzt er vor allem auf Situationen, in denen die Figuren mit millimetergenau abgemessenen Schritten in das Fettnäpfchen treten. Der Leser bzw. Zuschauer kann dies kaum ertragen, schaut aber trotzdem stets mit einem Auge hin. Der Begriff des Fremdschämens hat sich mittlerweile durchgesetzt. Genau dies trifft zu, wenn Till die Klampfe rausholt und die junge Mitarbeitern mit coolen Liedern begeistern will. Dumm nur, wenn sie keines davon kennt. Ein Humor also, der einen nicht zum Brüllen veranlasst, aber mittels messerscharfer Formulierungen und bissigem Zynismus des Erzählers trifft. Dass "Nicht mein Tag" ursprünglich ein Entwurf für einen Film sein sollte, merkt man Husmanns erstem Roman deutlich an: So bildlich beschreibt er die Figuren und Situationen. Selbst die Typen der Nebencharaktere sind gut beobachtet und ausformuliert. Bleibt also zu hoffen, dass aus diesem Buch möglichst schnell ein Film wird, denn nach höchstens drei Tagen Lesezeit für die 333 Seiten und vielen Bildern im eigenen Kopf, steigt die Spannung auf eine filmische Umsetzung. Husmann, Ralf: "Nicht mein Tag". Scherz Verlag, Frankfurt am Main, 2008. Autor: Holger Günther Szenepunkt Redaktion Leipzig |
danke für den tipp - gelesen und für gut befunden. freue mich auf den film - danke nochmal für den tipp
von: leser 3.4.2010