Große Diskussion rund ums Thema Ticket-Schwarzmarkt, Secondary Ticketing und Ticketpreise

Bei der großen Diskussion rund ums Thema Ticket-Schwarzmarkt, Secondary Ticketing und Ticketpreise kommt kein Geringerer als eine Live-Legende mit der einfachsten, wenn auch Old-School-Lösung daher. Bob Dylan hat einen Weg gefunden, den Einfluss des Sekundärmarkts, der Spekulanten und Schwarzhändler zu eliminieren oder zumindest einzuschränken sowie System- und Kreditkartengebühren abzuschaffen. Nicht dass Laser-Scanner, Paperless-Technologien, personalisiere Tickets oder ominöse Codes im Einsatz waren – nein, wie "Pollstar" so schön schreibt, kehrte Bob Dylan in die Steinzeit zurück.

Das Konzept für seine Show am 25. August im Warfield in San Francisco war simpel:

  1. Es gab es nur eine Ticketpreiskategorie.
  2. Die Karten waren nicht im Vorverkauf, sondern nur an der Abendkasse erhältlich.
  3. Der Ticketkauf war nur mit Bargeld möglich.
  4. Jeder Käufer erhielt ein einziges Ticket.
  5. Die Abendkasse für die 20:00-Uhr-Show wurde um 17:30 Uhr geöffnet, nach dem Kartenkauf war unverzüglich die Spielstätte zu betreten.

"Angesichts der derzeiten Strukturen im Tourneegeschäft und wie die Gebühren in die Höhe schießen, war es wirklich erfrischend, einmal etwas für den Konsumenten zu tun und alle Ticketing-Gebühren zu streichen", kommentierte David Lefkowitz vom Veranstalter Goldenvoice die Idee, die laut "Pollstar" wenn nicht von Bob Dylan selbst, doch zumindest aus seinem Lager kam.

Obwohl sich die Durchführung freilich als logistische Mammutaufgabe hätte herausstellen können, was etwa Besucherandrang, Bereitstellung von Karten und Wechselgeld, Security für die großen Barsummen – der Ticketpreis lag bei 60 US-Dollar – anging, scheint das Unterfangen doch erfolgreich über die Bühne gegangen und die Fans scheinen die Prozedur hingenommen zu haben. Wie der Fernsehsender KGO-TV berichtet, standen die Ticketkäufer offenbar mit wachsender Begeisterung stundenlang Schlange. "Geduldig und einfallsreich" hätten sie die Warterei hingenommen. Zur Standardausrüstung zählten beispielsweise Decken, Camping-Zubehör, Stühle, Regenschirme und Fresspakete.

"Ich habe einen guten Roman und viel zu trinken dabei, hier gibt es Leute, mit denen man sich unterhalten kann, und ich freue mich auf das Konzert", erklärte einer der Wartenden. Ein anderer urteilte: "Das ist um Klassen besser als Ticketmaster. Ich kann diese ganzen Service- und Systemgebühren nicht ausstehen. Und sechzig Dollar für Bob Dylan ist ein guter Preis."

Auch David Lefkowitz zeigte sich zufrieden über die Aktion: "Dieses Ticketing-Experiment war den Aufwand wert", so der Veranstalter. "Wir haben Straßenkünstler und Straßenverkäufer für Essen engagiert sowie Mobiltoiletten organisiert. Über einen Vorverkauf hätte die Show zwar mehr eingebracht, aber wir haben uns darüber gefreut, die Aktion mit Bob Dylan und seinem Team durchzuziehen. Wäre schön, wenn auch andere Künstler und Veranstalter anfangen würden, mit verschiedenen Einfällen zu experimentieren, um gegen die rasant steigenden Gebühren und den Schwarzmarkt anzugehen."

Viele Fans sagten gegenüber der Zeitung "Examiner" sogar, sie bevorzugten diese Art Ticketkauf gegenüber dem Online-Erwerb, manche waren der Überzeugung, die Chancen, ein Ticket zu erhalten, seien so gerechter verteilt.

Man darf gespannt sein, ob weitere Hoch- und Nicht-so-Hochkaräter Bob Dylans Beispiel folgen werden...

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Bob Dylan's No-Ticket Show No Sell-Out
http://www.sfgate.com/cgi-bin/blogs/culture/detail?entry_id=70917

von: tomcorner  3.9.2010         

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