Allen, Woody: "Pure Anarchie"

Woody Allen vorzustellen ist überflüssig, längst hat er den Ruf eines der bekanntesten Filmemacher unserer Zeit. Dass er sich neben Regie, Schauspielerei, dem Klarinettespielen auch noch literarisch betätigt, verwundert bei diesem Multitalent nicht.

Woody Allen vorzustellen ist überflüssig, längst hat er den Ruf eines der bekanntesten Filmemacher unserer Zeit. Dass er sich neben Regie, Schauspielerei, dem Klarinettespielen auch noch literarisch betätigt, verwundert bei diesem Multitalent nicht.

"Pure Anarchie" versammelt Gelegenheitsarbeiten des Mr. Allen aus den vergangen Jahren. Ihnen gemein ist das Prinzip der Länge, bzw. der Kürze. Kaum mehr als zehn Seiten werden pro Geschichte anberaumt. Das reicht dem Autor, der seine Karriere als Gagschreiber begann, aus, um kleine skurrile Szenarien aufzubauen.

Der gehobene Mittelstand bildet auch beim Literaten Allen den Rahmen seiner Geschichten. So erzählt er etwa vom verzweifelten Versuch eines gut betuchten Ehepaares, ihr Kindermädchen loszuwerden, das mit der Bekanntmachung aller Verfehlungen ihrer Arbeitgeber droht. Oder vom gesellschaftlichen Abstieg einer ganzen Familie, deren Sohn die Aufnahme in einen Edel-Kindergarten versagt wird.

Nicht weniger kreativ und pointiert schreibt Allen von den großen Gefahren eines Schreibers von Gebeten, die via Ebay verkauft werden, falls diese einmal nicht in Erfüllung gehen.
Das Konzept des Autors ist bei vielen Texten das Selbe: Man nehme eine Zeitungsnachricht mit einem möglichst skurrilen Grundtenor und übertreibe sie maßlos, bis sie in einer der teils surrealen Geschichten aus "Pure Anarchie" gipfelt.

Natürlich muss man den Titel des Werkes nicht unbedingt todernst nehmen. Die gro?e Revolution startet der Autor mit seinen Kurzgeschichten nicht. Interpretiert man den Titel allerdings auf die verdrehten Ereignisse der realen Welt, auf denen die Texte fußen, so scheint er doch nicht all zu schlecht gewählt.

Nun mag der Schriftsteller Woody Allen vielleicht nicht unbedingt Jedermanns Geschmack sein, vor allem wenn man die Tiefgründigkeit und Ausführlichkeit seiner Filme schätzt. In den versammelten Kurzgeschichten findet man eher leichtere, schnellere Kost, als im cineastischen Oeuvre. Dennoch fällt immer wieder auf, dass viele der rasch skizzierten Handlungen durchaus Potential für einen Film hätten.

Letztlich trifft also auf den Schriftsteller Woody Allen dasselbe zu, wie auf den Regisseur: Er kann nichts Schlechtes machen. Und wenn einmal ein Teil nicht ganz überzeugt, so wiegen dies seine anderen Arbeiten auf.

Allen, Woody: "Pure Anarchie. Stories - aus dem Amerikanischen von Malte Krutzsch, gebunden, ca. 208 Seiten, Verlag: Kein & Aber, 2007, ISBN: 978-3-0369-17.90 Euro.

Autor: Holger Günther
Szenepunkt Redaktion Leipzig

email

Kommentar schreiben!




captcha   Unleserlich? Hier klicken!
 
      

 
Anzeigen


Videos
thumb 2 Schweden-Bands, ein Abend, neue Musik, Freunde, Spaß, Sound im Ohr, Live
Pop10 präsentiert euch zwei außergewöhnliche Bands an einem Abend in Magdeburgs schönsten... zeigen!
thumb Okta Logue - was für ein Video
was für eine Band... zeigen!
thumb In My Days - This is Love
Einer der schönsten Songs des letzten Jahres!... zeigen!
thumb My Baby Wants To Eat Your Pussy geben Einblicke ins neue Album
Das neue Album „Writ Of Eskort“ ist fertig und wird Mitte März... zeigen!
thumb Rammstein - Making of [04]. Engel
... zeigen!
thumb The Drakes live at Reeperbahnfestival 2011
The Drakes gewannen über Fördernertzwerk-Bandpool einen Slot auf dem Reeperbahnfestival... zeigen!
thumb Local Heroes wurde 20 Jahre alt
Musik verbindet – dieser Gedanke stand schon 1989 Pate, als sich die... zeigen!
thumb MDR über local heroes Bundesfinale 2011
Beste Nachwuchsband des Jahres 2011: The Muzzy Mystery ... zeigen!



   Aufbau der Seite in 101.79 ms/rev-heroes-0.81
p: || m:item n:allen-woody-pure-anarchie-30751 bc1: bc2: id:UHU383HU41 page=-