Acke, Tine [Hrsg.]: „Udo Lindenberg DAS LINDENWERK – Malerei in Panikcolor“

Der selbsternannte „Panikpräsident“ Udo Lindenberg greift seit 1995 immer häufiger zu Malinstrumenten. Überall, wo ihn die Muße küsst, schreibt und textet er nicht nur, sondern zeichnet auch fleißig an der Fortführung des „Lindenwerks“. Unter demselben Titel gibt es Lindenbergs gesammelte Werke, die schon in Berlin, Münster, Dresden oder Leipzig zu sehen waren, jetzt als Bildband.

Der selbsternannte „Panikpräsident“ Udo Lindenberg greift seit 1995 immer häufiger zu Malinstrumenten. Überall, wo ihn die Muße küsst, schreibt und textet er nicht nur, sondern zeichnet auch fleißig an der Fortführung des „Lindenwerks“. Unter demselben Titel gibt es Lindenbergs gesammelte Werke, die schon in Berlin, Münster, Dresden oder Leipzig zu sehen waren, jetzt als Bildband.

Angereichert wird das Ganze mit zahlreichen Fotos und lobenden Texten verschiedener Kunstexperten wie dem Ästhetikprofessor Bazon Brock. Natürlich kommt auch der Meister selbst nicht gerade wenig zu Wort.

Der Leser/Betrachter erfährt viel über die Bedeutung des Künstlers Lindenberg, dem eine künstlerische Ausdrucksform nicht genug ist und vor allem über dessen Arbeitsweise: Udo hat sein Atelier, klar, im Hotel Atlantic. Er malt, klar, mit Likören. Die Produkte nennen sich in Lindenberg-Diktion „Likörelle“ und sehen auch so: Ein paar blasse Farben füllen lässige, mit Edding gemalte, Figurenumrisse aus. Das sieht dann aus wie schnelle Skizzen, mit Tinte gezeichnet und dann von einem plötzlichen Regenschauer getroffen. Hin und wieder collagiert Lindenberg: Er skizziert Udo-Männchen rund um öffentliche Schreiben der DDR oder einfach in vergrößerte Fotos hinein. Comic-Style im weitesten Sinne wird hier also geboten.

Lindenbergs typischer Humor findet sich in den Bildern wieder. Selbstreferenzen gibt es allerorts. So zeichnet er dumme Nazis und das Bild heißt natürlich „Pimmelkopp“, wie die Single aus dem Jahr 2001. Passend zur Thematik und Udos Engagement für „Rock gegen Rechts“ gibt er im Titel dieses Zyklus an, „mit Blut und Erde“ gemalt zu haben.

Wenn Lindenberg die 10 Gebote verbildlicht wird der Bildband besonders amüsant, sehr freie Auslegungen der Gebote bestimmen die Bildfolge.

Die im Vorwort gepriesene Unverwechselbarkeit der Bilder kommt vor allem daher, dass der Meister sich gerne selbst in seine Bilder zeichnet oder Figuren aus seinem „Panikorchester“ verbildlicht. Liest der „Deutschpop-Gebildete“ Bildtitel wie „Elli Pyrelli“ oder „Rudi Ratlos“, weiß er sofort, wer hier gemalt hat.

Das „Lindenwerk“ ist bunt, skizzenhaft und voll mit Udos Humor. Dennoch muss aber jetzt eine abgedroschene Phrase herhalten, denn unterm Strich ist dieser Bildband wirklich nur "etwas für Fans", auch wenn sich die Inszenierung des „Universalkünstlers“ Lindenberg unterhaltsam liest.

Acke, Tine [Hrsg.]: „Udo Lindenberg DAS LINDENWERK – Malerei in Panikcolor“. 308 Seiten,  ca. 300 farbige Abbildungen. Premium Hardcover im Großformat 24 x 30 cm. Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, 2008. 49,90 Euro. ISBN: 978-3-89602-824-2. Die ersten 3.000 Exemplare sind handsigniert und nummeriert.

Autor: Holger Günther
Szenepunkt Redaktion Leipzig

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