Tourbericht / Empty Guns 23.05.10 - Sputnik Springbreak auf der Halbinsel Pouch



sonntag.
dreiundzwanzigster mai zweitausendzehn.
es ist kochendheiß. aber wie sagten schon die fetten brote: 'lieber verbrennen als erfrieren'. am ende der windschutzscheibe ist alles blau. wir starren mit leuchtenden augen auf einen see. zum glück hat niemand eine badehose dabei. stau. zu viele autos rollen auf der engen straße richtung pouch. wir spielen heute auf dem sputnik springbreak! leider ist das für die anderen straßenteilnehmer eher nebensächlich. nach guten 3 kilometern schrittgeschwindigkeit erreichen wir den sicherheitsbereich. es war selten so einfach sieben leute in einem bus ohne erforderliche backstagekennzeichung auf das gelände eines fünzehntausend-menschen-festivals zu bringen.

sputnik hat die ruhe weg. wir sind drin. martin ist enttäuscht. niemand ist nackt. bisher kannten wir springbreaks nur aus dem amerikanischen fernsehen. nächsten sommer gehen wir dort auf tour. das steht fest. ankunft. wir steigen aus. holen unsere pässe und fahren zur bühne. wir sind nur ein kleines bisschen beeindruckt von der bühne, die wahrscheinlich größer ist, als das haus, in dem wir mit zwölf anderen bands proben. wir parken. treffen die jungs von begbie auf ein entspanntes gespräch über gott und die welt und machen uns auf den weg zum ersten interview. mit dem mdr. und einer jungen dame, die ganz genau wusste, was sie wollte. es aber nicht verraten hat. zehn minuten nach beginn sitzen wir nun in der richtigen reihenfolge, auf unterschiedlichen treppenstufen, gucken direkt bzw. wiederum überhaupt nicht in die kamera und reden dürfen bitte auch nur zwei von uns. wir erzählen dies und das, lachen, schwitzen, reden uns um kopf und kragen, sammeln müll und freuen uns auf das konzert. achtzehnuhr. wir sind auf der bühne. die instrumente stehen auf rollenden brettern, die garantiert nicht die welt bedeuten. im gegenteil. beim transport meiner instrumente fallen sekündlich neue kleinteile vom wagen. soundcheck. normalerweise sollten die 'türen' seit fünfzehn min offen sein.

nichts bewegt sich. trotzdem hören wir nichts. während wir die monitore ausloten, hauen uns, aus den links wie rechts stehenden, ca drei meter hohen boxentürmen knappe einhundertzwanzig dezibel house-base-drums um die ohren. dankeschön. nichts stimmt. der soundcheck war alibi. wir beginnen ohne publikum. und spielen insgesamt drei songs bis die ersten müden gesichter vor die hamburger gitter treten. nach und nach kommen mehr. wir spielen den ersten song unaufgefordert am ende nochmal. leicht angepisst. denn die backliner der editors hielten es nicht für nötig ihren gitarren soundcheck während unseres konzerts zu unterbrechen. danke (ihr penner!). insgesamt war alles ein wenig anders als gedacht. nicht ganz so überragend. selbst organisatorisch gar nicht so weit von den kleinen autonomen zentren entfernt. denn wie sich nach dem konzert herrausstellte, wurde ein, für uns doch recht erheblicher teil der festival besucher am einlass zurückgewiesen. 'die band mache noch soundcheck' hieß es. in diesem moment spielten wir den zweiten song des sets. dein weltbild. wir hatten vielleicht zu große erwartungen. an einem sonntag. im frühling. auf einem elektrofestival.

sören //
empty guns

 
 
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empty guns -
dreiundzwanzigster mai zweitausendzehn.
es ist kochendheiß. aber wie sagten schon die fetten brote - dank euch für den einblick

von: fan  28.7.2010         

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