Österreich schickte die Heavy Funkrock Band "Mother´s Cake"-Sieger von Local Heroes Austria 2010- an den Start. Am 26. und 27. November 2010 wurde ein kleines Stück Geschichte geschrieben. An diesem bald historischen Datum erfolgte der Startschuss zum ersten europaweiten Local Heroes-Finale.
Aus 8 Ländern (Österreich, Deutschland, Belgien, Dänemark, Rumänien, Ungarn, Kroatien, Slowakei) wurden die vielversprechendsten Newcomer ausgesandt um sich innerhalb eines musikalischen Wettkampfes zu messen. Austragungsort dieses "Come-togethers" war die Stadt Pecs, seines Zeichens Kulturhauptstadt 2010.
Zitat Mother's Cake: "Wir kamen, sahen und siegten fast!"
Österreich schickte die Heavy Funkrock Band "Mother´s Cake"-Sieger von Local Heroes Austria 2010- an den Start.
Ihre Mischung aus virtuoser Beherrschung der Instrumente, der rauchig funk-rockigen Atmosphäre ihrer Songs und der puren, echten Leidenschaft die Mother´s Cake während ihrer Show darbot ließ nicht wenige mit weit aufgerissenen Augen und spontaner Sprachlosigkeit zurück. Wie vielleicht keine andere Gruppe des Wettbewerbs schafften sie es uns an eine Form der Musik zu erinnern, bei der es um das alte Rock n´ Roll-Gefühl geht - sie erinnerten uns an Zeiten in denen Musiker sich der Musik noch komplett hingaben, sie erinnerten uns an den alten "Musik oder Nichts"-Spirit, der unabhängig vom Genre, Songs in ihrer reinsten und authentischsten Art erlebbar macht.
Am Ende von Yourope 2010 belegten sie nur eine Jury-Stimme hinter der 1. platzierten dänischen Band "Rufus Spencer" einen grandiosen 2. Platz. Doch sofort war klar, die Dänen hatten es sich auch wirklich verdient. Ihr Stil: Amerikanische Folklore, ihr Songwriter&Leadsinger (namens Rufus Spencer): Wahnsinn.
Die höchst emotionale Art der Performance dieses Frontmans beeindruckte uns tiefgreifend. Vom gewollt zitternden Wegbrechen der Stimme bis hin zu extrovertiertem Ausrasten auf der Bühne war alles dabei. Dieser Mann hat Star-Potential.
Doch auch die anderen Teilnehmer konnten mit einer Starken Leistung und individuellen Besonderheiten überzeugen:
Belgien: Die Band "Willow" gehörte mit ihrer mitreißenden und absolut tanzbaren Musik sicherlich bei so manch einem zu den geheimen Favoriten.
Kroatien: Für Kroatien ging "Igut" ins Rennen. Sie trumpften mit starkem Gesang auf.
Deutschland: Die Deutsche Gruppe "The Love Bülow" brachte das normalerweise sitzende Publikum dazu von ihren Plätzen aufzuspringen und trotz Platzmangel mächtig zu shaken - klasse Stimmung!
Ungarn: Mit der wohl kürzesten Anreise kam "Sharon Tate" auf die Bühne. Sie sind die nationale Metal-Siegerband und stehen für raue Klänge.
Slowakei: Die Slowakische Band "Mad Dogx" überzeugte durch coole Ideen und Einlagen. Zum Beispiel erkletterte ihr Frontman spontan die Traversen, um mal eben von dort das Konzert weiterzuführen.
Rumänien: Für Rumänien trat "Candelabra" an. Die gefühlvolle Stimme der Singer&Songwriterin verschaffte uns sofort eine solide Gänsehaut.
Supported wurde der Wettkampf rund um Yourope 2010 von den Deutschen Newcomern "Van Briel" und der ungarischen Kultband "Virrasztók" sowie den Special Guests "Anneke van Giersbergen & Agua de Annique".
Doch wir müssen zugeben; die Betitelung "Wettkampf" ist an Provokation bereits scharf ankratzend. Denn es war viel mehr als das. Es war das Aufeinandertreffen von Kulturen und Musiklandschaften - interkultureller Austausch also - und es ging uns um die Zukunft des europäischen Sounds. Wie vielleicht nie zuvor wurde von Veranstaltern, Kulturbeauftragten und Produzenten - aber auch von den Musikern selbst-die Notwendigkeit eines internationalen Netzwerks zur gegenseitigen Förderung diskutiert. Im speziellen die Möglichkeiten zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Ost und West war hierbei ein Thema höchster Priorität.
Doch war Yourope 2010 nicht einfach nur ein Bandcontest mit Kulturauftrag. An diesen 3 Tagen in Pecs passierte nämlich noch etwas. Abseits von den Konferenzen und Konzerten konnten wir alle etwas besonderes erleben. So ernst und bedeutungsträchtig der Hintergrund dieses Europafinales auch war und auch wenn die durchwegs mitreißenden Auftritte die Abende dominiert haben, für viele spielte sich Yourope 2010 auf einer viel subtileren und unscheinbareren Ebene ab. Denn obwohl wir von der Professionalität, die bei der gesamten Abwicklung des Events aufgezeigt wurde, beeindruckt waren, hat es etwas ganz anderes geschafft, uns tatsächlich ein Stück weit zu berühren: Nämlich der herzliche Umgang untereinander.
Es war kein Kongress, es war ein Klassentreffen, eine Familienfeier. Egal ob extrovertierter Rocker aus Kroatien, herrlich direkter und ehrlicher Plattenproduzent aus Deutschland oder lebensfroher Organisatorin mit "Gruppen-Mama" Ausstrahlung aus Österreich – es war als würden wir uns alle seit Jahren kennen. Es war die oft genannte, immer angestrebte gleiche Wellenlänge auf der wir während des gesamten Wochenendes dahin surften. Und genau das ist es, was uns den Glauben schenkt wirklich etwas bewegen zu können.
Yourope 2010 ist kein kulturelles Projekt initiiert von unbeteiligten Politikern. Die Menschen rund um dieses Europafinale sind von Musik besessen, sie lieben sie und leben sie. Jeder auf seine eigene Art und Weise, aber alle gemeinsam sind wir dazu bereit etwas zu verändern und uns offen mit voller Leidenschaft für den Sound der Zukunft einzusetzen.
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