Teil IV Die 20 Punkte....Punkt 4: Individualisierung Das ganze Gerede über die Online-Musikindustrie lässt einen einfachen Punkt außer Acht: Es gibt nicht eine einzige. Es sind viele. Und Einheitsgrößen gibt es nicht.

Jeder hat eine Website gesehen. Sie hat eine Homepage mit Foto und eine kleine Einführung. Es gibt eine ziemlich einfache Navigation am oberen oder unteren Rand. Die Menüpunkte sind bezeichnet mit „Über uns / About us“, „Galerie / Gallery“, „Downloads“, „Kontakt / Contact“, „MySpace / Our MySpace“ – und die Links führen Dich genau dorthin, wohin Du es erwarten würdest.
An sich betrachtet ist das nicht schlecht. Eigentlich ist es wünschenswert nicht zu versuchen, das Rad neu zu erfinden. Menschen haben festgelegte Erwartungen und möchten kein neues Navigationssystem speziell für Deine Website lernen.
Das ist nicht das Problem, das ich hier versuche herauszuarbeiten. Das Problem, auf das ich Dich aufmerksam machen möchte, ist eine unvoreingenommene Ausgangsannahme darüber, wie eine Website gestaltet sein sollte. 
Im Prinzip sollte die Website Dich rüberbringen und beschreiben, was Du machst. Wichtiger noch ist die Art und Weise, in der sie es tut. Sie sollte vom Publikum so wahrgenommen werden wie Du es Dir wünschst. Dein Musikunternehmen unterscheidet sich von allen anderen. Du machst, was andere nicht machen. Du vermeidest mit Vorbedacht, was andere tun. Und wenn es auch sonst nichts Anderes ist, so spricht hoffentlich zumindest Deine Musik unverwechselbar. Dem wird eine nullachtfünfzehn Website nicht gerecht.  Deine Website sollte also mehrere Dinge tun. Vielleicht ist es nicht das Wichtigste, aber eines dieser Dinge ist, Dich und die Art darzustellen wie Du Dich mitteilen willst. Da dies für jeden verschieden sein wird, kann ich nur sagen „denk gründlich darüber nach, was das heißt“.

NewMusicStrategies.com ContentSphere.de
Nachdem ich das vorangestellt habe, kann ich Dir einige Beispiele nennen, um Dir ungefähr zu zeigen, was ich meine. Ich denke dabei an die Website einer Künstlerin, die ihren Fans ermöglicht, sich untereinander auf einem Message Board auszutauschen. Es ähnelt einer Pinnwand, an die Notizen geheftet werden. Das ist die Homepage. Alles andere nimmt dort seinen Anfang und ist dort verlinkt, da die Besucher hauptsächlich wegen der Pinnwand zurückkommen. Dann ist da der Veranstaltungsort, dessen Homepage ein „TONIGHT“-Flyer ist. Er informiert auf der ersten Seite darüber, was an diesem betreffenden Abend stattfindet. Das ist ein Grund, die Seite als Lesezeichen abzulegen und wieder zu besuchen – denn wie sich herausgestellt hatte, wollte jeder auf der Website erfahren „Wer steht heute auf dem Programm?“. Man musste ein halbes dutzend Mal klicken, um an diese Information zu kommen, nachdem man sich erst einmal am hübschen Foto der Bar mit dem nett lächelnden Team vorbei gekämpft hat, um den Terminkalender und die Live-Music-Seite zu finden. 
Dann ist da der Musikverlag, der seinen Schwerpunkt darauf setzen wollte, Syndication-Deals für seine Künstler abzuschließen. Sie zeigten daher verschiedene Videos unterlegt mit unterschiedlicher Musik, um die Art und Weise zu verdeutlichen wie ihr Ansatz funktioniert. Dann ist da das Plattenlabel, das keine eigene Website wollte und sich stattdessen entschieden hat, eigenständige Websites für jeden der Künstler zu verwenden – die jeweils mit allen anderen verlinkt sind. Der Grundgedanke ist, dass
Menschen eher nach verwandter Musik schauen und nicht Label-orientiert suchen. Außerdem musst Du nicht Deine Site von Grund auf selber bauen. Heutzutage lassen sich zig vorgefertigte Elemente zusammenfügen, die sich mühelos in einem eigenen Rahmen verwenden lassen. Das ist einer der Vorteile von Web 2.0 (worauf ich später genauer eingehen werde).
Du kannst Landkarten von Google Maps in Deine Website integrieren – möglicherweise auf der Tour-Seite, so dass man die Veranstaltungsorte einfacher findet.  Du kannst einen personalisierten Amazon-Store direkt in Deine eigene Site einfügen und Geld auf Provisionsbasis verdienen. Du kannst auch T-Shirts verkaufen über einen Anbieter wie Spreadshirt. Du kannst RSS-Feeds verwenden (auch hier gilt: mehr dazu später), um aktuelle News und Inhalte einzubinden, die für das Publikum im gesamten Web relevant
sind. Diese Feeds lassen sich für eigene Zwecke anpassen. 
Du kannst sogar einen „Skype Me“-Button verwenden, so dass Benutzer der Website per Mausklick mit einer echten Person sprechen können, falls es Sinn macht im Rahmen Deines Angebots. Ist man nicht anwesend, kann man es den Benutzer wissen lassen.
Das ist erst der Anfang. Das Web ist wie ein Baukasten – wenn man so will, ist es ein bisschen wie Lego. Du kannst so ziemlich alles zusammensetzen wie Du willst. 
Behalt aber den Design-Aspekt im Auge. Wenn Du das gewünschte Stück nicht finden kannst, lässt es sich immer noch neu bauen. Eine Kombination beider Ansätze ist in der Regel am besten. Das Wichtigste dabei ist, dass Du nicht eine Fertiglösung von der Stange erhältst. Das reicht eventuell für den Anfang aus, und um ins Web zu kommen –
wenn Du aber Deinen Lebensunterhalt damit bestreitest, dann wirst Du Dich im positiven Sinne abheben wollen. Die gleiche Website wie jeder andere zu haben, indem man dem gleichen ausgetretenen Pfad folgt führt zu nichts. Nicht dahin, wo Du hin willst. 

www.bandberater.de

2010-02-07 18:32

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Teil IV Die 20 Punkte....Punkt 4: Individualisierung Das ganze Gerede über die Online-Musikindustrie lässt einen einfachen Punkt außer Acht: Es gibt nicht eine einzige. Es sind viele. Und Einheitsgrößen gibt es nicht...

von: blogger  5.5.2010         

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