„90 Prozent der Leute dort unten sind für uns“ „Second Floor” beim Local Heroes Band Contest im Kasch als Lokalmatadoren am Start
Achim - „Ey Leute, habt ihr Schiss?“, fragt Sängerin Pia Siebert ihre Bandkollegen. „Nö, überhaupt nicht“, antworten die und Pia lächelt: „Gut, ich nämlich auch nicht.
Ich freu mich eigentlich schon mega drauf!“ „Second Floor“, Gewinner des Jugend-Band-Contest 2010 in Bremen, sitzen in ihrem Proberaum. Es ist ihre Generalprobe, am nächsten Tag werden sie zu einem erneuten Kräftemessen antreten. Dieses Mal im Kasch als Lokalmatadoren beim „Local Heroes Band Contest“.
Es ist Samstagabend, 18 Uhr. Noch eine Stunde bis zum Einlass des Publikums. Die Teilnehmer sitzen im Backstage-Bereich oder hören der Band „Arcadia“ beim Soundcheck zu.
„Second Floor“ ist mitten unter ihnen. Sie stehen im Zuschauerraum und analysieren die anderen Bands. Sie werden als Zweite antreten, aber noch hält sich die Aufregung in Grenzen. „Letzes Mal war ich aufgeregter. Da war ich einen Tag vorher schon mega nervös“, sagt Gitarrist Marc Bischoff.
Die Zeit vergeht. Brötchen, Bier und Gespräche mit anderen Bands sorgen für Ablenkung, aber die Anspannung steigt. Immer mal wieder wirft einer der Bandmitglieder einen nervösen Blick auf die Uhr oder rennt aus dem Raum, nur um ein paar Sekunden später wieder zurück zukommen.
Und dann stürmt plötzlich Bassist Tobias „Toby“ Langer die Treppe zum Backstage Bereich hinauf. Aufgeregt deutet er auf das Foyer, wo die ersten Zuschauer hineingelassen werden. „Kein Quatsch, 90 Prozent der Leute dort unten sind von uns.“
In den nächsten Minuten werden Freunde und Verwandte begrüßt. Zuspruch und Glückwünsche werden verteilt, aber beruhigen tut sich die Band nicht mehr. Im Gegenteil. „Lass mal Backstage gehen“, sagt Toby irgendwann und lacht: „Mir wird das hier gerade alles ein bisschen zu viel.“
Und dann scheint die Zeit auf einmal zu rasen. Gerade wollen „Second Floor“ mit dem einspielen beginnen, als plötzlich schon die erste Band zu spielen beginnt. Nur kurz gehen sie zum Zuschauen nach unten, bevor sie sich wieder zurückziehen. Noch nervöser als sowieso schon. „Die sind verdammt gut“, meint Gitarrist Marc Bischoff und Pia stimmt ihm nickend zu. Erneut wird eingesungen, eingespielt und Bassist Toby zupft lautlos an einer Gitarre. „Es beruhigt mich ein bisschen.“ Dann ist es auf einmal soweit. Die Band steht hinter der Bühne, nervös und unter Zeitdruck. Nachdem „Arcadia“ die Bühne geräumt haben, beginnen „Second Floor“ mit dem Aufbau. Sie treten nur hinter dem Vorhang hervor, als das Publikum schon zu schreien beginnt. „Oh mein Gott, wie krass“, staunt Pia und ihre Augen glitzern.
Und dann fangen sie endlich an zu spielen. Selbstbewusst bringen sie die Menge zum toben. So werfen sie bei dem Song „You’ve got fire“ Feuerzeuge ins Publikum. „New Underwear“ performen die Jungs der Band dann sogar nur in Unterwäsche .
Am Ende sind sie aber dennoch nicht zufrieden.
Schlagzeuger Lukas Uzolas erklärt: „Wir durften unseren letzten Song nicht mehr spielen, weil wir keine Zeit mehr hatten. Das ist ziemlich schade, denn es war unser Bester“. Pia ergänzt: „Aber es hat trotzdem verdammt viel Spaß gemacht“. Müde gesellen sich die Bandmitglieder nach dem Auftritt dann zu Freunden und Familie, vertreiben sich die Zeit bis zur Entscheidung.
Um halb Zwei ist es dann schließlich soweit. „Second Floor“ erreichen nach einem langen Tag schließlich den zweiten Platz, bekommen einen Gewinngutschein im Wert von 100 Euro und sind letztendlich doch sichtlich zufrieden.
„Ich hätte damit echt nicht mehr gerechnet“, freut sich Tobias.
·von Patricia Schnippat
Quelle: http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-verden/achim/prozent-leute-dort-unten-sind-uns-1245150.html |